Grimbergen

A Lonely Place

(Steinklang 2007) 8 Tracks

Wer Nathan Clarence von seinen Veranstaltungen mit Finsternis.Org in Edinburgh her kennt, wird kaum erstaunt sein, was sich klanglich auf dieser ersten CD seines Ambient-Projekts Grimbergen entfaltet: extrem dronige, aber stets melodische, meist sakrale Soundscapes. Das ist nicht umwerfend originell, aber erstaunlich vielschichtig umgesetzt und stilvoll gestaltet. Gold- und Brauntöne dominieren das Artwork, und fast warme Melancholie ergießt sich aus den Boxen.

Grimbergen schließt zweifellos an Klassiker von Lustmord oder an den Sound der Loki-Foundation an, verleugnet aber auch nicht seine Quellen in der Gothicszene. So schelichen sich durchaus poppige Akzente ein (Rhythmus und Meldoie in 'Waiting for better Days' etwa), und Matt Howdens Remix und Streicherpräsenz in 'Drainage' rechtfertigen fast eine Einordnung unter Neoklassik. Ein mönchischer Gesang und rituelle Beats tun ein Übriges, dieses Debütalbum zu einem durchaus interessanten und hörenswerten Einstieg zu machen.

Wer also finstere Soundtracks zu den Mühen des Tages schätzt, könnte an Grimbergen seinen Gefallen finden. Ein Meilenstein dieses speziellen Genres is 'A Lonely Place' nicht.

cd