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Karen Elson
The Ghost Who Walks
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(XL/Beggars) CD, 12 Tracks
Es ist ein Gesicht, das über diesem Album schwebt.
Das fragile Antlitz der schmerzhaften schönen Karen Elson wirkt wie
ein Katalysator auf das gesamte Album. Nur mit diesem können die
süßlichen Gothic-Folk-Weisen funktionieren. Es ist ein Gesicht
das in seiner tragischen fahlen Fragilität an Elisa Day aus Where
The Wild Roses Grow erinnert, dem einprägsamsten und sicher auch
berühmtesten Beitrag auf Nick Caves Murder Ballads, ikonisch in Szene
gesetzt damals von Kylie Minogue. Das Model Karen Elson ist jedoch mehr
als nur Fassade und auch mehr als „nur“ die Frau von Jack
White, auch wenn es dem Debütalbum an so manchen Stellen noch an
Fokussierung und Tiefe mangelt: Die hübschen Songs sind stellenweise
etwas bemüht plakativ, wirken zu gekünstelt.

Dennoch ist das Album ein schöne Reise durch typische
Independent Americana, wie sie seit 16 Horsepower/Woven Hand en vogue
sind. Ein Schuss Vaudeville darf natürlich nicht fehlen, jedoch ist
der kitschige Zuckerguss nicht immer erträglich, aber anderseits
auch passend – die naive Inszenierung beißt sich gekonnt mit
den Lieder über ein allzu tragisches Dahinscheiden. Somit ein schönes
Album für einen lauen Sommerabend an einem abgelegenen Weiher, in
dem eine Frauenleiche melancholische Weisen über das Morden und Sterben
vorträgt.
Martin Kreischer
(Abbildungen (c) by XL, Beggars Banquet)
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