MICHAEL NORTHAM

Suhina

(10 “) Drone Records

Ein Vibrieren, ein Zittern, wenn der Begriff nicht so sehr nach Missklang klänge, würde ich sagen: ein „Dröhnen“, manchmal sogar ein Schaben, irgendwie eine stille Reise, oder besser: Ein Spaziergang durch eine herbstliche Wiese. Kein dunkler Wald, keine blühenden Blumen, vielleicht inspiriert auch hier das Cover: Eine ästhetische Vermischung, Verschmelzung von trockenen Pflanzen und etwas, das wie totes Meergetier aussieht. Meeresfrüchte. Die Musik mag träumen lassen, sich wie ein leises, helles Band (das Vinyl der Platte ist weiß) über den täglichen, alltäglichen Lärm legen, womöglich den Rhythmus des Tages unterbrechen. Selbstverständlich keine Platte zum Mitwippen, Worte oder Sprachsamples sucht man vergebens, so man denn sucht, dafür erklärt einem ein kleines Beiblatt, wie die Klänge inspiriert sind: Der Klang des Winds, der durch die Bäume weht, was auf Finnisch eben „suhina“ heißt. Höre ich nun im Hintergrund Vögel zwitschern? Hat mich der Weg über die Wiese doch in den Wald geführt? Eine schöne Platte - gegen das alltägliche twitter sozusagen - und ein weiterer wohlklingender Beitrag zur „Substantia Innominata“-Reihe.

7,5/10. (KMF)