Second Skin

Illa Exuro in Silentium

(Palace of Worms) CD, 11 Tracks

Der traditionelle Gothic Rock ist inzwischen fast verschwunden. Nur hie und da tauchen noch Formationen auf, die den alten Sound aufrecht halten, meist als nostalgische Rückbesinnung. Einzig Faith and the Muse und Rosa Crvx vermögen es, Tradition und Innovation zu vereinen. Die Italiener von Second Skin gehören wiederum zu den Nostalgikern. Der Sound ist klassisch, melodisch und klingt über weite Strecken wie eine eingängige Christian Death-Variante aus der frühen Rozz Williams-Phase. Dafür gibt es leicht zu verdauende Hooklines, fiebrige Gitarren und die typischen Bassläufe des Goth. Es ist kein sonderlich innovatives Album, das zudem mit einem dünnen Sound kämpft. Dafür stimmt die Atmosphäre, die durch den Gitarrenklang zuweilen an das erste Album des Dan Swanö-Projekts Nightingale erinnert. Leider ist dieses Werkt bis heute ein verkannter und vor allem unbekannter Gothic-Rock-Klassiker der Mitt-90er und es steht zu befürchten, dass „Illa Exuro in Siltentium“ ähnlich wenig Beachtung findet. Wer das verhindern will und mit dem alten Klang des Gothic etwas verbindet, sollte dem Album eine Chance geben.

Martin Kreischer