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TriORE Three Hours
(Eternal Soul / Cold Meat Industry 2009) CD 12 Tracks Manchmal hilft es einer Band, die sich am Weg zur Neuorientierung oder in der Sackgasse befindet, mit einem Gleichgesinnten zusammenzuarbeiten. Dawn & Dusk Entwined haben das in Zusammenarbeit mit :Golgatha: auf "Sang Graal" (auch auf CMI) großartig bewiesen - was die Fusion zweier Stile bewirken kann. TriORE ist nun die Fortführung der Kooperation zwischen Triarii und Ordo Rosarius Equilibrio, die auf dem vorletzten Triarii-Album begonnen hatte. Erstaunlich nah kommen sich die Bands hier, wobei sich eine deutliche Dominanz von ORE durchsetzt, die letztlich auch auf Pettersons prägnanter Stimme aufbaut. Zeit ist das Thema, das dieses Album von Beginn an durchzieht: Schleppendes Ticken einer Standuhr zeugt vom unaufhaltsamen Verfall. Ältere HörerInnen werden sich an Morthonds erste CD (CMI) erinnert fühlen, doch schon bald wird die eigentliche Marschrichtung klar, denn mit Fanfaren und peitschenden Drums kündigt sich martialischer Pathos an, den man von Triarii gut kennt, und der auch ORE nicht immer femd war. Mit "Victory Rising" setzt dann schmissig die gewohnte ORE-Gitarre ein und bringt Schwung ins Geschehen. "After Summer we fall": Würdevoll und getragen erklingt das Lamento von Tomas Petterson zu den elegischen Triarii-Fanfaren. Mit dem vielfach wiederholten Refrain entweicht langsam die Luft. "The Missing Hours" klingt dann mit simplen Klavierakkorden wie so viele ORE-Stück zuvor. Auch wenn die Zweistimmingkeit dies aufbricht - hier tritt Gewöhnung ein. Fatalismus pur ist "Another Time, another Place". Leider wird hier der rezitative Stil mit getragenen Rhythmen umgehend zur Masche. Die kurze Laufzeit kommt dem Stück entgegen. Mit "No Tears are Shed for You and Me" ist der absolute Höhepunkt erreicht: Hier gelingt Peterson eine wirklich eingängige Gesangslinie, die sich im pathetischen Refrain noch einmal übertrifft. Eines der besten Stücke von ORE bislang. In jedem Fall stärker als "Roses 4 Rome". Nach dem melancholischen "Pleasures & Tortures", das thematisch sehr nach frühen ORE-Songs klingt, ist "Fires Burn, Like Fires Do" die Zusammenarbeit deutlich anzumerken. Hier wird die Vielstimmigkeit kreativ im Refrain genutzt, die pathetischen Orchesterparts kommen zur vollen Entfaltung - ein zweiter Höhepunkt. Hier kommt eine Frauenstimme auch genau richtig als Kontrapunkt. Mit Track 10 wird erstmals der Triarii-Stil präsenter - auch textlich. Dieser Weg wird in "Europa's Dream" nochmals gesteigert, das direkt auf der letzten Triarii-CD einen würdigen Platz gehabt hätte (und deren soundtrackhafte Beliebigkeit etwas belebt hätte). Auch typisch für ORE ist die Rahmung durch ein variiertes Intro, das hier teilweise in einer rückwärts gemischten Version vorkommt: "The Last Three Hours". Mit etwas über 40 Minuten und 12 Tracks wirkt "Three Hours" ziemlich kurz, die Fülle an Ideen jedoch ist so dicht, dass ein gewisser Sättigungseffekt auf der Hälfte eintritt. Die starken Stücke am Ende jedoch reißen dies wieder heraus. So bleibt mit TriOREs Kooperation ein für beide Bands eher starkes Album, das beider Stärken kombiniert und bis zu einem Punkt der Überfütterung treibt. Das wird Fans sicherlich begeistern, wenn auch die Zeit zeigen wird, welchen Stellenwert das Album im Genre haben wird. Wohin wollen die Musiker danach gehen? Neue Horizonte werden ersehnt... Wie bei Eternal Soul üblich hat man neben der von CMI vermarkteten Standardversion eine limitierte Sammleredition in Pappbox mit Postkarten. MaNic |
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